und wie!

Betzdorf hieß unser Gegner und anfangs wussten wir gleich, warum dieses Team auf dem 2. Platz steht. Selbstbewusst und voller Elan gingen die Gäste das Spiel an. Immerhin hatten wir knapp 200 Zuschauer im UBS die, aus TSG Sicht, ihr Kommen sicher nicht bereuten.

Ohne mit der Wimper zu zucken knallte dann aber auch Sven Baldus das Leder in der 23. Minute in den von Thorsten gut gehüteten Kasten. 0:1. Das erste Tor auf dem neuen Rasen erzielten die Gäste. Unsere neu formierte Elf, vor allem alle 14 Mann, die gestern auf dem Platz standen, hatten nur ein Ziel: Sieg! Das war zu merken! Körpersprache, Präsenz, der Kampf um den Ball und der bedingungs-lose Einsatz aller, machte den Samstagnachmittag zu einem schönen Wochenendstart. Ein ausgezeichnetes Schiedsrichtergespann und eine gute Gastronomie (mir war die Neuhauser Worscht worscht) brachten 90 Minuten gutes Oberliga Entertainment. Betzdorf hatte bis dato 4x auswärts unentschieden gespielt ( Arminia, FKP, Waldalgesheim und Neunkirchen) und in Saarbrücken 2:1 gewonnen.

„Mit den Abgängen, die wir hatten, und den vielen neuen jungen Spielern hätten wir nie gedacht, dass wir heute als Tabellenzweiter zu Euch kommen“, sagte mir vor dem Spiel Uwe Neuser, der Co-Trainer aus Betzdorf.

Nach der Halbzeitpause war dann Schluss mit lustig. In der 51. Minute macht Dennis Seifert das 1:1, Jonas Frey erhöht in der 54. Min auf 2:1 und Sven Oswald gelingt zwei Minuten nach seiner Einwechslung das 3:1 in der 61. Minute. Toll! Und das in einer Phase, wo das Hess-Team fast nur „englische Wochen“ hinter sich hat. Wer die Verletztenliste sich genauer betrachtet, kann nachempfinden, was unsere Mannschaft gestern geleistet hat. Hut ab und eine weitere Gewissheit: Da simma dabei, das is prima!

Von Glück oder den üblichen „Zufällen“ zu reden, sollte jetzt Schluss sein:

Wir haben beim Tabellen-1., 6., 10., 13. und 16.

und gegen den 3., 4., 9., 11., 12. und 15. bereits gespielt!

 

Und stehen auf Platz 2! Hoffentlich sind wir noch lange oben mittenmang dabei. Ich würds uns gönnen. Denn: man muss auch jönne könne.

 

Nicht, dass wir übermütig werden. Unser Trainer macht seinen job mit seiner Mannschaft sehr gut! Er denkt von Spiel zu Spiel und nimmt den Druck von den Youngsters. Das ist gut so und macht viel Sinn. Dennoch wissen alle Menschen in unserem Umfeld, dass wir auch weiterdenken müssen.

Sowas wie Plan B muss her. Plan A ist klar: 50 Punkte oder einen einstelligen Tabellenplatz! Gut!

Aber was wäre wenn? Jedes Unternehmen muss sich diese Frage stellen. Und auch die TSG ist ein Unternehmen! Wir können nicht bis März/April 20124 warten und dann postulieren: „Huch, was geht denn jetzt ab? Damit haben wir ja gar nicht gerechnet! So was Blödes! Und was machen wir jetzt?“

Darüber nachzudenken ist die Aufgabe des Vorstandes, des Präsidiums und des Beirates. Mit den Sponsoren, mit der Stadt und anderen Gesprächspartnern. Und mit dem Sportdezernenten. Das sollten sie tun – und das werden sie tun. Das, so meine ich – und nur ich – ist verantwortungsbewusst und professionell. Nichts anderes ist damit gemeint.

Wir werden von TSG-Seite alles tun, was erfolgsversprechend ist. Mit uns gibt es keinen Aufruf an die Mannschaft:“Ihr müsst das nächste Spiel verlieren – wir haben kein Geld.“ Diese Klarstellung erscheint mir wichtig.

Wenn wir am Ende der Runde einen einstelligen Tabellenplatz haben, waren wir sehr erfolgreich. Auch das wäre gut so!

In diesem Sinne freuen wir uns auf Mehring! 155 km von uns entfernt. En scheener Sonntagsausflug! Die Heimfahrt ist lang genug, um ausgiebig drei Punkte zu feiern.

Das wünscht sich für die TSG

Uwe Gettkandt