habe ich auf Bartosz gewartet.

Bartosz Franke ist unser „Neuer“. Seit dem 14.01.14 geht er für die TSG auf Torejagd.

Verabredet hatten wir uns und pünktlich, nach der Einheit der 1. Mannschaft unter Norbert Hess, stand er da, der 1.88 m große Stürmer des Tabellensiebten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Anfangs wirkt der durchtrainierte Student aus Mannheim, der in Heidelberg seinen BWL-Bachelor im Fach Sportmanagement anstrebt, etwas schüchtern.

„Ich wohne noch bei meinen Eltern - eine rein finanzielle Frage – in den Quadraten, ganz in der Nähe des Friedrichsparks, wo ich einige schöne Eishockeymatches der Adler sehen konnte."

Der, wie Lukas Podolski, in Gleiwitz (Gliwice) geborene Bartosz, bestellt sich ein Mineralwasser und schaut teils neugierig aber auch abwartend drein. „Na, wie gefällt es Dir in Deiner neuen Umgebung?“ frage ich ihn. „Hast Du Dich denn schon eingelebt in der Mannschaft?“

Ohne Umschweife kommt er zur Sache und schwärmt vom offenen Umgang unter den Spielern und mit seinem neuen Trainer. Er sei super hochzufrieden. „Beim SC Hauenstein war das alles komplizierter,“ sagt er. „Wenn Du nach einem schwächeren Spiel dann 2,3 mal wieder richtig gut gespielt hast, hieß das noch lange nicht, dass man automatisch aufgestellt war. Es gab manchmal Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen konnte.“

Ich habe nicht den Eindruck, dass Bartosz seinem Ex-Verein in irgendeiner Weise nachtrauert, aber er tritt auch nicht nach. „Das Leben ist kein Wunschkonzert – und wie im Leben musst Du Dich auch im Sport durchsetzen. Wobei es mir ganz egal ist, wer die Tore macht. Wenn wir drei Punkte holen, gebe ich auch gern ein, zwei Vorlagen zum Sieg. Das ist meine Einstellung!“

Ein Teamplayer also? Er ist sich klar darüber, dass Erfolg nur mit Hilfe von Einzelkämpfern auch im Fußball zu erreichen ist. Eine gesunde Mischung zwischen diesen Einzelkämpfern und den Teamplayern ist das Rezept, um in der Oberliga bestehen zu können.

„Bist Du mit einem Punkt in Saarbrücken zufrieden?“ Die Antwort hätte ich mir denken können: „Wir fahren ins Saarland, um 3 Punkte zu holen – das ist unser Ziel in der gesamten Rückrunde. Die junge, laufstarke Saarbrücker Mannschaft wird uns überrennen wollen, aber glaub mir, da halten wir dagegen.“

Arijan Berisha, der sich mittlerweile zu uns gesellt hat, bestätigt das Ganze. Auch er macht einen überaus optimistischen Eindruck und glaubt und hofft, dass wir bei der TSG den Ausfall von Matthias Tillschneider irgendwie kompensieren können.

Der am 17.06.87 geborene Zwilling Bartosz, der genau 7 Tage älter als Lionel Messi ist, lacht verschmitzt und sagt: „Mal sehen, wie es morgen bei Südwest kommt.“ Sie spielen also in Ludwigshafen, unsere Jungs. Eine Woche vor einem Hammerauftakt in der Oberliga. Wenn ich beide , Arijan und Bartosz, so anschaue, ist mir auch vor den nächsten Spielen nicht bang.

Darf ich bitten:

In Saarbrücken, gegen Mechtersheim, in Salmrohr, in Elversberg, gegen Hauenstein, in Idar- Oberstein. Noch Fragen? Oder sind das etwa nicht ‚Wochen der Wahrheit‘?

Es wird Zeit, dass es wieder losgeht. In 14 Tagen kommt Mechtersheim. Da muss noch was gerade gebogen werden. Und wenn’s mit der Brechstange ist.

Die Wartezeit auf Bartosz wurde mir übrigens vom Vater des Pascal Noack verkürzt. Er wartete nach dem Training auf seinen Junior, der bei der Ersten mit trainiert.

 

Pascal, der am 20.06.96 geborene Keeper, war 5 Jahre beim SV Horchheim, bevor er mit 12 Jahren zur C-Jugend der TSG wechselte. In Weinsheim wohnt er, vor seinem „Torwartleben“ war er ein sehr erfolgreicher Mittelstürmer. Seine beiden Schwestern Nadine (27) und Fabienne (23) waren in Sachen Fußball für Nesthäkchen Pascal Vorbild: sie spielten beide Fußball.

Pascal spielt heute in Lorsch mit der Zweiten. Sein Ziel ist klar, die Nachfolge von Thorsten Müller anzutreten, wenn der mal in Rente geht. Pascal arbeitet in Darmstadt bei Merck als Auszubildender im 2. Ausbildungsjahr. Sein Vater ist ebenfalls Chemikant ,in Ludwigshafen bei der Anilin oder besser BASF. Der Junior geht gerne arbeiten, er macht auf mich den Eindruck, als hätte er richtig Spaß, jeden Tag die Hessenmetropole Darmstadt aufzusuchen. Dann verrät er mir sein Lebensmotto:

Lerne von gestern, lebe heute, und vertraue auf morgen!

Für nen 17jährigen fast schon philosophisch. Wenn er das durchhält, kriegen wir bald einen richtig guten Nachfolger für unseren Thorsten. Die Hobbies Computer, Fußball und sein Job runden das insgesamt sehr positive Gesamtbild Pascals ab.

Bleib gesund und mach Deinen Weg. Zweigleisig. Fußball und Beruf. Das geht. Und wie!

Es sind 120 Tage her seit dem letzten „Neulich …“ Artikel.

Nach meiner Krankheit melde ich mich also wieder zurück. Vielen Dank für die vielen Genesungswünsche, die ich in den letzten Wochen erhalten habe. Sie haben gut getan.

Ach ja, einen hab ich noch…

 

"Fußball ist wie ein Klavier...man braucht 8, die es reintragen, und 3, die es spielen können!"

(Bill Shankly)

schottischer Trainer des FC Liverpool in den 60er und 70er Jahren.

 

 

Uwe Gettkandt