bei der Weihnachtsfeier der TSG traf ich ihn, der schon als 18-jähriger zu unseren Freunden an die Alzeyer Straße wechselte. Natürlich war er überpünktlich - ohne sein rotes TSG-Trikot habe ich ihn doch glatt übersehen.
Er half bei den Vorbereitungen mit und machte in seinem weißen Oberhemd gleich einen sympathischen Eindruck. Der in Worms am 18.07.91 geborene junge Abwehrspieler der Ersten kommt sehr schnell zur Sache und erzählt von sich und seinem Leben. Mit drei Jahren fing er an zu kicken und war bis zur A-Jugend in Gau-Odernheim.
Über die Station RWO Alzey (Saison 2012/13) landete der junge Fußballer aus Gau-Odernheim im Sommer 2013 beim Oberligisten TSG Pfeddersheim. Seine Mutter ist Hebamme, sein Vater arbeitet in der Psychiatrie, der jüngere Bruder ist 19 - der ältere 29 Jahre alt. Sein Traum ist, dass es der Gesellschaft im allgemeinen besser geht. Er ist idealistisch eingestellt, das merke ich, wenn er sich wünscht, die Zeit anzuhalten, um alles erledigen zu können, was er sich vorgenommen hat. In den USA hat er auch Futsal kennengelernt, am College in Florence in South Carolina, wo er von August bis Dezember 2012 studienhalber die Fächer Geschichte und Sport belegte.

Zur Zeit studiert er in Mainz Sport und Geschichte - seine Bachelorarbeit macht er im Februar zum Thema "Wertevorstellungen der Nationalsozialisten".
Robin, der mit den Bayern und Mainz 05 sympathisiert, hat sich seine Ziele bewusst gemacht. Außer den sportlichen zählen für ihn noch ganz andere, wie er sagt "wichtige Themen": "Unser Umgang mit der Umwelt, das Konsumverhalten, der Umgang miteinander, das Kümmern um Ärmere hier bei uns und das Auflebenlassen traditioneller Werte wie Höflichkeit, Respekt und ein bisschen mehr Demut sind mir wichtig." Er strebt eine Referendariatsstelle an, um später eine Beamtenstelle zu bekommen. Er hat derzeit keine Beziehung, was ihm leid tut, wenn er an seine letzte Freundin denkt. "Unsere Auffassungen über die gemeinsamen Pläne gingen auseinander, ich bin da sehr straight und gehe zielorientiert vor. Das ist nicht immer gut für eine Beziehung", sagt er mit leicht melancholischem Blick. Er will noch viel von der Welt sehen.

Wir widmen uns wieder der TSG. Er hat in dieser Saison alle Spiele der TSG bestritten, wurde zweimal eingewechselt. Auch er lobt die jungen Mitspieler, ähnlich wie Sebastian Schulz, ist er voll des Lobes für Philip Bach und Enis Aztekin. "Unsere Mannschaft hat das Potenzial, oben mit zu spielen - wir wollen so lange oben mitspielen, wie es nur geht." Seinem Trainer Norbert Hess stellt er nur gute Noten aus. Er findet ihn super, das passt, das Tandem Steffen Litzel und Norbert Hess! Seine längere Verletzungspause 2013 hat ihn zwar gebeutelt, aber nicht zurückgeworfen. Er isst gern maritim - Meeresfrüchte und so. Sogar bei seinen Hobbies geht er strukturiert vor. Beachvolleyball und Windsurfen. Am Veluwemeer. Das liegt bei unseren holländischen Freunden. Das Veluwemeer befindet sich zwischen den Provinzen Gelderland und Flevoland und ist das größte der Veluwerlandmeere. Sein Musikgeschmack geht von Reggae bis Rock. "Durchgemischt" sagt er. Zu seinem Team sagt er, das sei eine junge Truppe, die Lust hat, Fußball zu spielen und "Thorsten Müller ist unsere Leitfigur!"
Bevor wir nun die beliebte Weihnachtsfeier genießen, überrascht mich Robin Schittenhelm mit seiner Prognose für 2015: "Ich sage, wir belegen am Ende der Saison den 2. Tabellenplatz! Und spielen die Relegation. Punkt".
Dann wendet er sich seiner Mannschaft zu und schmunzelt über das ganze Gesicht. Ich wette - der hat das mit dem zweiten Platz ernst gemeint.

"Viel Glück bei der Tombola - und alles Gute für 2015", rufe ich ihm hinterher.

Uwe Gettkandt

Ach ja, einen hab ich noch ...

Robson, Bobby: Die ersten 90 Minuten sind die schwersten.

und noch einen ...

Südkurier (Tageszeitung)

FC Tasmania Zimmern - FC Hochemmingen 0:2 (0:1). Tore: 0:1 (36.) Löffler per Foulelfmeter, 0:2 (72.) Hodic -

Zuschauer: Sepp, Eugen, Brigitte