Außer Spesen nix gewesen? Heinz Ueberschär, Vorsitzender der TSG Pfeddersheim, vermutet fast, dass sich das Oberliga-Spitzenspiel seiner Mannschaft am Dienstagabend, 10. Mai (Anpfiff 19 Uhr), gegen den ambitionierten Spitzenreiter und Aufstiegskandidaten Nummer eins, die TuS Koblenz, genauso entwickeln könnte. Grund sind die Sicherheitsauflagen, die die TSG auf Verlangen der Polizei umsetzen muss.

Frank Heinen, Chef der Wormser Polizeiinspektion, geht zwar fest davon aus, dass es zu keinerlei Ausschreitungen kommen wird. Da aber ein Teil der Koblenzer „Ultra-Fanszene“ als gewaltbereit gilt und es im Uwe-Becker-Stadion keine abgetrennten Sicherheitsbereiche gibt, heißt dessen Devise: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“

Jede Menge Zäune

Erwartet werden rund 100 Koblenzer Fans. Die müssen getrennt von den mutmaßlich etwa 300 TSG-Anhängern ins Uwe-Becker-Stadion und dort wiederum zum ebenfalls eingezäunten Gäste-Block geführt werden. „Die Sicherheitsauflagen werden ähnlich sein wie damals, als Wormatia wegen des Stadionumbaus bei uns spielte“, berichtet Ueberschär. Er hat deshalb beim Entsorgungsbetrieb jede Menge Bauzäune geordert, um Korridore und Sicherheitszonen schaffen zu können. Für die TuS-Fans werden extra Dixi-Toiletten aufgestellt. „Außerdem müssen wir zusätzlich 20 Ordner eines professionellen Security-Dienstes anmieten, wofür wir pro Stunde etwa 20 Euro pro Mann zahlen müssen.“ Die TSG selbst stellt noch einmal zehn bis 15 eigene Ordner. „Unterm Strich werden die Mehreinnahmen wohl nicht ausreichen, unsere erhöhten Ausgaben auszugleichen“, befürchtet der TSG-Chef.

Jammern möchte er trotzdem nicht, im Gegenteil: Er hofft auf ein attraktives, störungsfreies Spitzenspiel und wünscht sich natürlich, dass es den Jungs von Trainer Norbert Hess gelingt, dem favorisierten TuS-Ensemble auf dem Weg zum angepeilten Titelgewinn ein Bein zu stellen. An die Zuschauer richtet er die Bitte, wegen der begrenzten Parkplatzkapazitäten etwas früher anzufahren, Fahrgemeinschaften zu bilden und sich möglichst einen etwas entfernteren Stellplatz zu suchen, beispielsweise vor dem Schwimmbad beziehungsweise der Paternusschule. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

Polizei zeigt Flagge

PI-Chef Frank Heinen sieht dem Oberliga-Spitzenspiel ebenfalls gelassen entgegen. Er hat einschlägige Erfahrungen sammeln können bei Bundesligaspielen von Mainz 05 oder mit Regionalligist Wormatia. „Im Vergleich dazu ist das harmlos, zumal die Koblenzer Ultras auch keinen direkten Reibungspunkt haben, denn die TSG hat keine solche Fangruppierung“, schätzt er die Lage ein. Gleichwohl werde die Polizei in ausreichender Stärke Flagge zeigen.

Für einen ruhigen Fußballabend spricht auch die Tatsache, dass zeitgleich Wormatia in Trier und Waldhof Mannheim daheim gegen SV Spielberg antritt, deren Fans damit also gebunden sind und nicht als Störenfriede zu erwarten sind, um Fan-Animositäten auszuleben.

Oberliga: Erhöhte Sicherheitsauflagen beim Spiel der TSG Pfeddersheim gegen TuS Koblenz (Wormser Zeitung, 10.05.2016)