Andreas Buch hatte keinen übertriebenen Respekt. Beherzt ging er in die Zweikämpfe, suchte förmlich den Körperkontakt mit den Gegenspielern vom 1. FC Kaiserslautern. „Wir hatten nichts zu verlieren. Und da muss man einfach auch mal draufgehen“, meinte der Angreifer des Fußball-Oberligisten TSG Pfeddersheim ob seines außergewöhnlich couragierten Auftritts.

Die Zweitliga-Fußballer vom 1. FC Kaiserslautern verkrafteten den für ein Testspiel bisweilen grenzwertigen Einsatz von Andreas Buch. Sie machten im Uwe-Becker-Stadion ohnehin ihr eigenes Ding – zumindest in der ersten Hälfte. 5:0 (4:0) gewannen sie vor 1400 Zuschauern. Marcel Gaus (19./34.), Sebastian Jacob (12.) und Erik Wekesser (15.) trafen, obwohl die TSG Pfeddersheim gegen die Profis vom Betzenberg einen massiven Abwehrverbund aufbaute.

In der zweiten Hälfte fand der Oberligist, der bestenfalls eine Handvoll Torchancen hatte, besser ins Spiel. Gegen eine gegenüber dem ersten Abschnitt komplett ausgetauschte FCK-Elf unterlag der Gastgeber dann auch nur 0:1. Osayamen Osawe (70.) überwand Nicolai Rühm, der Bakary Sanyang nach einer Stunde im Pfeddersheimer Tor abgelöst hatte.

Zu Beginn wirkte es so, als wolle sich der 1. FC Kaiserslautern vehement für die 0:4-Scharte vom Samstag in Mechtersheim rehabilitieren. Genau das bestätigte FCK-Coach Tayfun Korkut: „Wir hatten etwas gutzumachen“, sagte er.

Angetrieben vom starken Mittelfeld mit Neuzugang Christoph Moritz und Alexander Ring spielte die ersten 45 Minuten nur eine Mannschaft: Die des FCK. Vor dieser Leistung zog sogar Norbert Hess, der Trainer der TSG Pfeddersheim den Hut: „In der ersten halben Stunde haben die Lauterer das richtig gut gemacht. Da waren wir einen Tick überfordert“.

Zu bedauern war Sanyang, der gegen den 1. FCK sein Debüt im Tor der Pfeddersheimer gab. Vier Gegentreffer zum Einstand und kaum Gelegenheit, sich auszeichnen zu können – motivierend ist anders. Der 23-jährige Ex-Hauensteiner nahm es sich jedoch nur bedingt zu Herzen: „Man muss sehen, gegen wen man da gespielt hat“, kommentierte er. Die Spiele, in denen er sein Können zeigen kann, kommen noch.

Darüber hinaus zauberten die Lauterer das Leder auch mehrfach in die Maschen: Beim 1:0 drosch Gaus aus zehn Metern in Winkel. Beim 2:0 stand der Keeper Mann gegen Mann Jacob gegenüber. Und beim 4:0 lupfte Moritz sensationell über die TSG-Hintermannschaft auf den Kopf von Gaus, der sich danach die Ecke aussuchen konnte. Den Szenenapplaus, den Sanyang bei seiner Auswechslung bekam, teilte Korkut nicht unbedingt. Er hätte lieber gesehen, der TSG-Torsteher hätte – ebenso wie sein Nachfolger Rühm – häufiger hinter sich fassen müssen. Das aber verstanden die nach dem Wechsel aggressiveren TSGler zu verhindern.

Die besten Pfeddersheimer Möglichkeiten hatten anfangs Sebastian Kaster mit einem Fernschuss sowie Kevin Gotel kurz vor der Pause. Mathias Tillschneider setzte den Angreifer nach einem Flankenlauf in Szene. Der spitzelte das Leder aber an FCK-Keeper André Weis und dem Tor vorbei.

Nach dem Schlusspfiff genossen die Gastgeber die außergewöhnliche Atmosphäre im Stadion. Mit dem 0:5 konnten sie leben. Norbert Hess letztlich auch: „Für unsere Spieler war das ein richtig schönes Erlebnis – und eine tolle Trainingseinheit vor prächtiger Kulisse.“(Allgemeine Zeitung vom 07.07.2016 http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/top-clubs/fc-kaiserslautern/pfeddersheim-wehrt-sich-gegen-den-zweitligisten-tapfer_17055471.htm)o.k.