Norbert Hess hielt mit der Kritik nicht hinterm Berg: „Ein Bolzplatz hat eine bessere Qualität als der Platz, auf dem wir heute spielten“, monierte der Coach des Fußball-Oberligisten TSG Pfeddersheim in der Pressekonferenz. Er war aber so realistisch, das schwere, unebene Geläuf nicht dafür verantwortlich zu machen, dass es beim FK Pirmasens II nicht für einen Dreier seines Teams langte. Da gab es andere Gründe, die wiederum so schwerwiegend waren, dass die Pfeddersheimer am Ende rundherum zufrieden waren mit dem torlosen Remis, das sie erreicht hatten.

Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor der Abfahrt nach Pirmasens: Sebastian Schulz meldete sich krank. Die nächste folgte kurz vor Anpfiff. Mathias Tillschneider, eine der zentralen Stützen der TSG, klagte beim Warmmachen über muskuläre Probleme. Vorsichtshalber schonte ihn Hess und schickte stattdessen Florian Lutz auf den Acker. Und nach 30 Minuten erwischte es dann Außenverteidiger Yannick Krist. Wegen einer rüden Attacke eines Pirmasensers schied er verletzt aus. Für ihn kam Daniel Schattner. „Das“, so resümierte Hess, „trug alles neben den widrigen Platzverhältnissen dazu bei, dass wir nach vorne raus nicht so effizient waren“.

Nach 90 Minuten standen schließlich zwei echte Chancen auf der Habenseite der Pfeddersheimer. Kevin Gotel, zuletzt beim 5:0 gegen den FC Karbach dreifacher Torschütze, verfehlte nach einer Flanke von Tobias Klotz per Kopf das 1:0 (13.). Und in der 50. Minute bugsierte ein Pirmasenser das Leder beinahe ins eigene Tor.

Die Gastgeber waren vielleicht einen Tick gefährlicher. Florian Bicking sorgte in der ersten Hälfte einmal für Konfusion in der ausgesprochen stabil stehenden Hintermannschaft der Pfeddersheimer. Auf Höhe des 16-m-Raums trickste er drei TSGler aus, traf mit seinem Schuss aber das Tor nicht.

Nach dem Wechsel probierten die Pirmasenser, ihren vierten Sieg in Serie zu erzwingen. Pfeddersheims Thorsten Müller verhinderte es aber gleich dreimal. In der 49. Minute machte er eine Großchance zunichte. Später parierte er einen 16-m-Schuss der Hausherren und lenkte einen Kopfball nach einer Ecke über die Latte – alles jedoch eher hundsgewöhnliche Hausmannskost für einen Torhüter mit der Qualität von Müller. Ansonsten warfen sich die Pfeddersheimer mit Mann und Maus in die Angriffsversuche und hielten die zuletzt höchst erfolgsverwöhnten Pfälzer aus der Gefahrenzone raus.

Für mehr Aufregung sorgten die Krämpfe, mit denen sich Florian Lutz in den letzten Minuten über den Platz quälte. Mathias Tillschneider löste ihn ab und dürfte am Samstag gegen den SC Hauenstein auch wieder mit von der Partie sein.

TSG Pfeddersheim holt Remis in Pirmasens (Wormser Zeitung, 29.03.2016)