In der vergangenen Trainingswoche hatte sich Sebastian Kastner förmlich als erste Wahl für die Fußball-Oberliga-Partie gegen die Spvgg. Wirges aufgedrängt. „Die Entscheidung, ihn dann tatsächlich in der Anfangsformation zu bringen, fiel am Freitag“, skizzierte Norbert Hess. Wie richtig der Trainer der TSG Pfeddersheim damit lag, zeigte sich keine zwölf Stunden später: Ausgerechnet Kaster markierte das 1:0 (5.).

Die weiteren 85 Minuten, in denen die Pfeddersheimer zwei Gegentreffer fingen und damit die nach vier ungeschlagenen Spielen die neunte Saisonniederlage quittierten, warfen indes Fragen auf. Etwa die, ob die Führung nicht zu früh gefallen ist. Oder ob die Pfeddersheimer die Begegnung gegen den Vorletzten nach dem glorreichen Triumph am vorvergangenen Samstag gegen den SC Hauenstein doch zu sehr auf die leichte Schulter genommen hatten. Wahrscheinlich, so lassen sich die Äußerungen von Coach Hess deuten, war es eine Mischung aus beiden Faktoren, derentwegen „wir uns diese völlig überflüssige Niederlage eingehandelt haben“.

Enis Aztekin, der in der kommenden Runde im Regionalliga-Kader von Wormatia Worms steht, pausierte in Wirges zunächst. Für ihn brachte Hess Sebastian Kastner, der sich für das Vertrauen frühzeitig mit seinem zweiten Saisontreffer bedankte. Im Anschluss hatte der Fünfte aus Rheinhessen weitere Möglichkeiten, den Vorsprung zu vergrößern. Doch weder Kevin Gotel noch Mathias Tillschneider brachten das Leder im Tor der abstiegsbedrohten Westerwälder unter.

Die wiederum kämpften, wie schon im Hinspiel, leidenschaftlich. Mehrfach rettete TSG-Keeper Thorsten Müller, ehe sich Lässigkeiten, die sich die Pfeddersheimer mit zunehmender Spielzeit erlaubten, rächten. Beim Ausgleich profitierte Wirges davon, dass Sebastian Schulz im Mittelfeld nicht konsequent genug klärte. Die daraus resultierende Kombination schloss Marvin Sauerborn mit dem 1:1 (76.) ab. Sieben Minuten später strafte Lukas Haubrich mit dem 2:1 eine weitere Unkonzentriertheit der Gäste.

Unüblicherweise brachte Hess in der letzten halben Stunde drei neue Spieler. Aztekin kam für Tillschneider, der krankheitsbedingt unter der Woche nicht trainierte und nach einer guten Stunde in Wirges platt war. Steffen Litzel ging wegen einer Verletzung. Und von der Einwechslung von Andreas Buch versprach sich Hess einen neuen Impuls im Angriff – vergeblich.

Gegen Elversberg II, das neue Schlusslicht gastiert am Samstag im Uwe-Becker-Stadion, erwartet der enttäuschte Hess eine Wende. „Ich möchte nicht, dass wir das gute Fundament, das wir uns in den vergangenen Wochen erarbeiteten, einfach so wieder verspielen“, erklärte er sieben Spieltage vor Saisonende.

Pfeddersheim geht trotz früher Führung leer aus (Wormser Zeitung, 11.04.2016)