Kombinationen von der Sorte, wie sie in Völkligen zum 1:0 für die TSG Pfeddersheim führten, könnten zum Markenzeichen des Fußball-Oberligisten werden: Christoph Ludwig eröffnete das Spiel mit einem Pass auf Sebastian Kaster. Der spielte wiederum auf den nach vorne spurtenden Ludwig zurück. Der Linksfuß flankte aus vollem Lauf in Richtung Zentrum, von wo Yannick Krist per Kopf zum Führungstreffer vollendete (13.). Ein Spielzug, den die Pfeddersheimer schon desöfteren praktizierten, wenngleich lange nicht mehr so perfekt wie diesmal im Saarland.

Unterm Strich stand trotzdem eine 1:3-Niederlage. Weil Christoph Ludwig, der das 1:0 so genial vorbereitet hatte, zwei kleinere Fehler passierten. Beim 1:2 unterlief er einen der vielen weiten Bälle, mit denen die an sich einfallslosen Völklinger agierten. Daraus resultierte die Flanke, aus der Marvin Wollbold (75.) die 2:1-Führung machte. Fünf Minuten später ging Ludwigs Hand im Strafraum zum Ball. Nico Zimmermann, der prominenteste und beste Spieler auf dem Feld, verwandelte den Strafstoß. Dem Ex-Rostocker war auch der Ausgleich geglückt. Nur vier Minuten nach der Führung der Pfeddersheim zappelte sein Fernschuss im Netz hinter dem chancenlosen Bakary Sanyang.

Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken der Partie. Als es nach 70 Minuten immer noch 1:1 stand, „richteten sich eigentlich alle auf das Unentschieden ein“, schilderte TSG-Coach Norbert Hess. Letztlich habe seiner Elf hinten raus vielleicht ein Quäntchen Konzentration gefehlt, analysierte er weiter. Womöglich lag das daran, dass er zwei erfahrene Spieler ersetzen musste: Abermals fehlte der routinierte Innenverteidiger Steffen Litzel. Und ganz vorne musste Kevin Gotel passen. Hess: „Den Jüngeren mangelte es hier und da an Cleverness“, meinte Hess.

Wie schon beim Sieg über den SC Hauenstein vertrat Mathias Tillschneider Steffen Litzel, der  nach einer längeren Reise noch Trainingsrückstand hat. Und wie gegen die Westpfälzer funktionierte die Viererabwehrkette sehr gut. Sie ließ den Völklingern kaum Raum, sich zu entfalten.

Neu in der Startelf war  Abdullah Köse, der zu dieser Saison von Waldhof Mannheim kam. Er nahm während den ersten 45 Minuten die Stelle von Kevin Gotel ein, danach baute Hess auf Christoph Wörzler. Beide reihten sich aber vorrangig im offensiven Mittelfeld ein. Den Part in der Sturmspitze übernahm Sebastian Kaster, dem diesmal jedoch ein Treffer versagt blieb.

Stattdessen jubelte diesmal Yannick Krist, der nicht gerade eben als Kopfball-Spezialist gilt. Ludwigs Flanke passte aber derart genau, dass Krist gar keine andere Chance hatte, als den Ball ins Tor abzulenken. Hess betonte daher mit einem gewissen Schmunzeln: „Der halbe Treffer gehört Christoph Ludwig“. 

Markus Moh Amar trug erstmals das Trikot der TSG in offizieller Mission.   Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler gab nach seiner schweren Schulterverletzung nach fast fünfmonatiger Pause sein Comeback – wenn auch nur für acht Minuten.

TSG Pfeddersheim fehlt die Cleverness (Wormser Zeitung, 15.08.2016)